Sonntag, 1. Juli 2012

künstliche Lebensverlängerung und deren echte Vorteile


Eine allgemeine Lebensverlängerung, die ständig und breit gefordert wird, oder eine optimierte und angeblich allseits erwünschte Ausweitung der humanen Lebensdauer dient konträr zu den Ideologien, die jene „Massnahmen“ so erfrischend positivistisch begleiten, auch dazu, den Menschen länger verwertbar zu halten und verwertbar zu machen. 

Anstatt das es als „natürlich“ angesehen würde, auch „mal früher“ sterben. zu dürfen
Wie es dann früher, in der Steinzeit oder im Mittelalter etwa gang und gäbe war (wird zumindest gerne behauptet) - (nur bei Ton-Künstlern werden gewisse, frühe Todeszeitpunkte als Ausnahmen gefeiert und wie mystische Ereignisse katalogisiert, früher Tod mit 27, 28 oder 33, ...) doch gewöhnlich wird es als ökonomischer wie persönlicher Top-Gewinn bewertet (in Profitmaximierungs-absicht nur für wen ,...?), wenn „das Leben“ länger andauert und dadurch eben zweckmässiger, wie besser und allseits genützt und verwaltet werden kann.

Wer länger lebt, ist später tot und konsumiert dabei deutlich länger und sei es nur das er die Pflege konsumiert, die seine Betreuung und lebensverlängernden Utensilien beanspruchen. Denn auch das Geld, welches die Krankenkassen für Pflegedienste Pflegestufen, Geräte, Menschen und weitere Maschinenparks ausgeben müssen, dafür bewilligen, wandert schließlich irgendwo hin. Und dieses Irgendwo ist kein „Nirgendwo“ oder heiliges „Nirvana“, (les "Champs Elysées", ..) sondern sind die Kassen der Unternehmen, Firmen und Dienstleister, die dadurch den ökonomisch gefeierten, geldwerten Umsatz und endlichen (?) Profit daraus generieren dürfen.

Doch viele der von Älteren in ihrer Umgebung zunehmend betroffen gemachten Angehörigen, sind meist erheblich erleichtert, um die Last der anstregenden Zuwendung für jene besonders, für die neben Urlaubsreisen und dank stressender Zwangsarbeit in verbreiteter, ungeschützter Lohnsklaverei keine Zeitfenster und Humanressourcen mehr übrig bleiben,
Sie sind vor dankbarer Ehrfurcht gerührt und schier erstarrt, wenn sie „es“ erleben dürfen, das ihre klapprigen, buckeligen Angehörigen von modernsten Maschinen umsorgt werden, wobei die real humane, old-school notwendige Restzuwendung stattdessen inflationär, zu teuer geworden ist und nur pauschal im Galopp nebenbei verabreicht werden kann.
Ach wie schön blinken doch die Lampen und Lämpchen auf gecleanten Konsolen und den von bedeutenden Architekten konzipierten Stationen der Spitäler, die bisweilen erstaunlicherweise stark an Flugterminals erinnern: I
Ist dies eine gewollt-erwünschte visuelle Metapher oder durch gestresste, rein profitmaximierende wie Ideen-reduzierte Planung, durch schiere PR geförderte Phantasielosigkeit geprägt und wackeres Ausführungs-einerlei etwa bedingt? Oder ist es nur das hier siegreich angekommene, allseits beschönigte, sogar global erwünschte, Effizienz-orientierte Optimierungsstreben in seiner radikalsten Form?


Man freut sich dann schon recht arg, wenn den wichtigen führenden Organisationen, dem Staat, den Versicherungen, das Leben der Verwandten so viel wert ist, das sie in den schönen und stabilen Zweck-Betten der Spitäler liegen dürfen und dort ggf. mechanisch-elektronisch beatmet werden können. Keiner verschwendet einen Gedanken oder etwa mehrere davon noch, an Utopien des „humanen“ Sterbens oder den billigenden Freitod, obwohl selbst diese als Geschäftssegmente anvisiert, bereits von einigen Organisationen und Hospizinitaiven vereinnahmt und als Dienste fremd-verwaltet, beansprucht werden.

Wo wird etwa in Altenheimen (in denen es oft nach Kindergarten muffelt, wegen der dort verabreichten Einheits-, Zweck- wie Kantinenkost und den Desinfektionsmitteln, etc.) noch kreative Lebensförderung betrieben? Die Menschen vor Ort sind meist abgewrackte Verwertungsmasse. Man begnügte sich damit, betont engagiert zudem, Paläste der fürsorglichen Entfremdung und Notdurft um sie herum zu konstruieren (an denen kräftig mit Investorenhilfe und in Verwertungsmodellen verdient werden darf) anstatt ihnen, den ehemals anständig fürs BSP schuftenden und ehrbar konsumierenden, alt gewordenen, humane Zuwendung zu verabreichen. Stattdessen werden sie verwaltet, diszipliniert und kontrolliert, um 19h ins Bett geschickt und bisweilen zwangs-verpflegt, wenn sie sich der Kosteinnahme verweigern (vllt schmeckte ihnen diese nur nicht, besonders?) ` =)

Die gesamte euphemistisch betonte, arg strapazierte „Lebenserhaltende“ Fürsorge-Technik, die sich an diese verzerrten Leitbilder anfügt, verdient an der Lebensverlängerung oft erhebliche mehr, als sie an humanen Vorteilen für noch mit Rest-emotionen behaftete Menschen birgt.
Auch für jene, die etwa noch 14 Tage nach schwersten Operationen, bis zu ihrem Tode mit pulsierenden Maschinen und unzähligen Apparaten im Leben festgehalten werden, ist dieser Nutzen, ausser unter rein technischen Aspekten, mehr als fragwürdig
Diese geförderte, ausgeweitete Maschinenunkultur ist kein Ersatz für lebendige Anteilnahme (siehe auch dazu „in Psychologie der Zukunft Kap 7 S. 229) und humane Zuwendung, Der Mensch ist nur noch wichtig, weil er zufällig im Auge des Hurrican, im Zentrum des Maschinenparks auftaucht, vegetiert und „behandelt“ werden muss. Dort versorgt wird von den „schönen Apparaten“, den Höchstleitungen ihrer gefeierten Hersteller (die bisweilen ebenso leichthin Kriegsgerät produzieren, wie andere Zahnarzt-Aufrüster ebenso, Geschäft ist schließlich Geschäft,..) = was diesen Produzenten schließlich ihre soziale wie behördliche Legitimation verschafft, die von „ehrbaren Kaufleuten“ zudem.

Man kann kranke Menschen etwa auf der Intensiv Station nicht mehr frei besuchen, benötigt annähernd ein Visa, eine offizielle Genehmigung, den Goodwill (das placet) der werten Ober-und sonstige Offiziers-Ärzte. Denn keine Laien, die den geregelten Ablauf stören könnten, sollten sich bitte zu lange im Umfeld technischer Anlagen und andere Atomkraftwerke aufhalten,, etc.


Werden alte und bisweilen kranke, kränkelnde Menschen eigentlich noch gefördert und gefordert oder nur noch in Rollstühle und Pflegebetten der Stufe drei be-fördert.?
Ein Altenheim ist ein abgeschlossenes Areal, das man nur an Sonn- und Feiertagen betritt, Die Alten werden verwaltet und versorgt und viele von ihnen, die vorher noch aktiv und sie-„SELBST“- ständig, waren, werden nicht etwa in einer kultivierte Form der zugänglichen Autonomie und etwaiger (demokratisch) ausgelegter Mitbestimmung gehalten, sondern sie verdorren zusehends und bauen rigoros und rapide ab, werden etwa "dementisiert", orientierungslos zu: „aussichtslosen“ Fällen deklariert, die nun aber erheblich die Kassen belasten, angeblich.

Obschon die wenigen, die von hier fliehen wollen, bestimmt irgendwo noch wissen müssten, warum. Aber gewöhnlich werden sie hinter komplett mit modernster, elektronisch Schließtechnik versehenen Türen behegt, nett und bieder von etwa christlichen Organisationen bewahrt, die nat. auch „verdienen“, wirtschaftlich funktionieren „müssen“, um die „hohe Qualität“ der Pflegeleistungen für jene erhalten zu können, jene die sie bisweilen als Platzhalter und Hüllen mit reduziertem Eigenleben und abgebauten Selbstbestimmungs-rechten nur noch statistisch, wie mühsam aufrecht stehende Herrscharen verwalten.

In manche Altenheimen kommt man sich bei Besuchen dort, daher bisweilen wie in einem absurden Theaterstück vor. Debilisierte alte Menschen winken, rufen einen um Hilfe an, man möge sie mitnehmen oder vereinzelt wanken sie im abgetragen Mänteln mit einem zerzausten Kuscheltier durch die Gänge und werden bisweilen von barschen und „hart“ gewordenen, gestressten AufseherInnen, abgefangen, zum Essen geschickt und so gut es geht, allseitig bevormundet, damit es danach „schneller“ und "besser" gehe. Schneller und besser wohin?
Schließt man ein wenig die Augen, entdeckt man auch Parallelen zu den "besorgten Müttern", jene die ihre Kinder in Horte und Kindergärten drängelten oder eilig geschäftig gestrecct aus jenen wieder hervorzerrten.

Zudem hier vor Ort, nicht im Hort sondern im Heim, die schwächer werdenden Reaktionen der Alten abzuwarten oder mit ihnen diverse, optimierte Pflegemassnahmen, Anweisungen zu diskutieren, dazu ist in diesen fabrikmässig geführten Zweck-Anstalten, jenen mit hellem Plastik-Holz zugepflasterten, freundlichen Pflegehöllen, kaum noch Zeit, keine Muße, dort sind keine blanken Nerven dafür übrig, überhaupt jemals vorhanden oder eingeplant gewesen!?
Man denke in dieser hoch-„gepimpten“ Optimierungsoase doch ernsthaft, einen Augenblick nur kurz an die „real sozialen“ und angeblich erheblichen Nachteile, die einer Planwirtschaft zumeist allgemein nachgesagt werden doch hier in durchgeplanten Oasen, auch sinnvoll kapitalistisch orientierten, zweckmässig-effizienten Einsatz gefunden haben?

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