Mittwoch, 5. September 2012

Verwertungskapitalismus

Der so hilfreiche, angeblich weinerlich, behutsame, so human ausgerichtete, wackere "Sozialstaat" stellt an sich keine allgemeine und erhebliche "Verbesserung" der humanen "Lebensverhältnisse" per se dar, sondern bedeutet: Verwaltung und Verteilung von Anteilen des "geronnenen", von allen gemeinsam "erwirtschafteten Mehrwerts" an jene, die zur Erhaltung ihrer verwertbaren Arbeitskraft darin funktional wie manipulativ eingesetzt, noch "benötigt" werden.

Der Sozialstaat ist primär keine "Hilfe" gegenüber einer etwa feindlichen Umwelt, oder eine human ausgerichtete Hilfelstellung gutmeinender Industrien und der so "sozialen Markt-Wirtschaft" und ihrer entsprechend aufgestellten Politik-Verwaltungen, sondern versucht indirekt/unterschwellig, die Auswirkungen zu kompensieren, von dem, was technologisch-industrielle "Entwicklung" in, um und an den Menschen herum überhaupt erst zerstört und an Schäden hervor gerufen hat und ebenso weiter fortgesetzt anrichtet.

Erst der technisch/wirtschaftliche Fortschritt, die Entwicklung der Mittel hat dazu geführt, das Menschen nicht mehr das an sozialer und gemeinschaftlicher Existenz orientierte Maß an Selbstversorgung überhaupt "leisten und leben" können. Etwas, was dieser gegenwärtige, gönnerhaft-mahnend auftretende "Sozialstaat" als "Geschenk" großzügig anbietet, es "zur Verfügung" stellt, und damit den elementaren Grundwiderspruch in diesem, an Verwertungsarbeit allein ausgerichtetem Lebenzusammenhang zu kompensieren sucht.

Denn diese "Hilfe" ist entstanden aus Anteilen der von Menschen geschaffenen Gewinne und daraus zusammen gesetzt, den industrieller "Fortschritt", allein orientiert an der Maximierung seiner toten Geld-Profite, (zum spezifischen, hauptschlich daraus abgeleiteten Machterhalt einer kleinen Herrschafts- Gruppen) aus der lebendigen Substanz der anderen, verfügbar gemachten Menschen abgezogen, aus diesen heraus gesogen wurde, um jene als mechanisierte Arbeitskraft zu v e r w e r t e n.

Den Anteil an ihrer Erwerbsarbeit, der lebendige Menschen daran zusteht, der auch zu ihrer Reproduktion, Erholung (von der "Erwerbs-Arbeit") norwendig ist, zusätzlich als "Geschenk" an diese zu bezeichnen und über den angeblichen Sozial-Staat als "human-erhebliche", grozügige Leistung an diese zu deklarieren, fadenscheinig an sie partiell zurück zu verteilen, ist umso verwerflicher, als damit reale, systematisch geplant Ausbeutung komplett übergangen, ignoriert und ausgeklammert wird.

(Was auch der Kritik, dem Widerstand gegen die gesamte, kranke Fremd-Verwertung der Menschen im Verwertungskapitalismus, für eine Befreiung und Emanzipation davon, den argumentativen Boden zu entziehen helfen soll.)

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